Nachruf – Leo Lickert

admin

18. März 2026
Allgemein

Liebe Ulrike, liebe Familie, Freunde und Weggefährten von Leo,

es ist jetzt genau eine Woche her, dass wir von Leos Tod erfahren haben. Es sind diese Situationen, die einen vom ersten Moment an sprachlos zurücklassen.
Heute sind wir hier zusammengekommen, um uns von unserem Ehrenmitglied Leo zu verabschieden.

Mit gerade mal 13 Jahren ist Leo in unseren HSV eingetreten. Was heute eher als spät gilt, ist für das Jahr 1960 ein beeindruckend junges Alter. Es gab damals noch keine Jugendsystem von den A-Junioren bis zu den Bambinis, sondern in der Regel lediglich eine A-Jugend. Also spielte Leo von Beginn an mit Spielern zusammen, die teilweise 4-5 Jahre älter waren.

Bis zu seinem Tod ist Leo über 65 Jahre Mitglied geblieben. Das allein sagt schon sehr viel, erzählt aber längst noch nicht die ganze Geschichte.

Als Spieler war Leo jemand, den man auf dem Platz sofort erkannt hat. Er war schnell, ausdauernd und stets in Bewegung. Kein Wunder – seine sportliche Grundlage aus der nordischen Kombination hat ihn geprägt. Seine Position auf dem Feld war die des Rechtsaußen – hier kam seine Dynamik am besten zur Geltung. Wer auch Jahre später noch am Sportplatz war hat auch schnell erkannt, dass er etwas davon weitergegeben hatte – Sohn Manuel sorgte später auf der linken Seite für Tempo und Tore.

Das Ende der aktiven Laufbahn war für ihn aber kein Grund die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen. Es ging für Leo in die Alten Herren. Seine Karriere dort musste er aber leider früher beenden, als ihm wahrscheinlich lieb war. Anhaltende Knieprobleme machten Leo zu schaffen. Woher die kamen, zeigte dann eine Untersuchung im Anschluss: es kam, eher zufällig, eine Kreuzbandverletzung heraus. Das zeigt mit welcher Leidenschaft und welchem Einsatz Leo für den HSV dabei war.

Leo war aber weit mehr als nur Spieler beim HSV. Als Jugendtrainer hat er dazu beigetragen, die jungen Kicker zu entwickeln. Unter anderem trainierte er auch mehrere Jahre Sohn Sebastian. Seine Mannschaften durften mit Leo zusammen nicht nur die ein oder andere Staffelmeisterschaft feiern, eine seiner Mannschaften erlebte auch einen ganz besonderen Moment – etwa beim adidas-Cup in Stuttgart, als sie gegen die damaligen Profis des VfB antreten durften. Solche Erlebnisse vergisst man nicht. Und sie wären ohne Leo nicht möglich gewesen.

Auf Leo war aber auch abseits des Platzes immer Verlass. Wenn Hilfe gebraucht war, war Leo da. Ob bei Altpapiersammlungen, bei denen er seinen Fuhrpark zur Verfügung stellte – und oft selbst noch mit anpackte – oder bei Arbeiten rund um den Sportplatz: Leo war zur Stelle. Mit Tatkraft, mit Werkzeug, mit Herz.

Bis zuletzt war Leo regelmäßig als treuer HSV-Fan bei den Heimspielen am Spielfeldrand. Ich selbst habe von einem der letzten Spiele noch seine Stimme im Ohr – „wenn er den richtig trifft, dann ischse drin“.

Leo wird uns fehlen, als leidenschaftlicher Sportler, als engagierter Trainer, als hilfsbereiter Kamerad – und vorallem als einen Menschen, der unseren Verein zu dem geformt hat, was er heute ist.

Lieber Leo, wir danken Dir für alles, was Du uns gegeben hast. Du wirst uns fehlen – auf und neben dem Platz. Du wirst aber in unseren Herzen bleiben und hoffentlich bekommst Du jetzt hoch oben einen Logenplatz für unsere Heimspiele.

Lieber Leo, Ruhe in Frieden.
Dein HSV

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